Nichts wird so heiß gedampft…

Dieser Tage kam die Meldung, dass das BHG E-Zigaretten verbietet.

Vor wenigen Stunden wurde ein Urteil des BGH veröffentlicht, das der Karlsruher Bundesgerichtshof bereits Ende letzten Jahres gefällt hat – im „Namen des Volkes“.
In diesem entscheidet das Gericht, dass der Handel mit so gut wie allen nikotinhaltigen E-Zigaretten oder Liquids in Deutschland als strafbar anzusehen ist.

Als ich meinen Händler daraufhin angesprochen habe, winkte er ab: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wir warten erst einmal ab, wie es weitergeht.“

Im Artikel heißt es weiter:

Noch ist völlig unklar, inwieweit dieser Richterspruch praktische Auswirkungen auf einen Handel haben wird, der sich sowieso gerade mit den Unsicherheiten aufgrund des Inkrafttretens des neuen Tabakgesetzes ab Mai 2016 konfrontiert sieht. Momentan gibt es über 5.000 E-Zigarettenshops in Deutschland, die am morgigen Dienstag eigentlich nicht ihre Türen öffnen dürften, ohne Geldstrafen in Höhe von mehreren tausend Euro und einen Entzug ihrer Gewerbegenehmigung zu riskieren.
Dies wird natürlich nicht passieren. Ebenso unwahrscheinlich ist, dass es nun massenweise Klagen gegen jeden einzelnen Händler geben wird, der aus Rohtabak gewonnenen Liquid weiterhin verkauft.

Mein Händler – und andere – ist noch ziemlich entspannt und wartet, was passiert. Vermutlich, so sagte er: „nichts.“

Interessant an dem Artikel bei liquid-news.com ist dieser Hinweis, der zwar ein wenig nach Verschwörungstheorie klingt, in unserer lobbyverseuchten Gesellschaft aber nicht von der Hand zu weisen ist:

Es [das Urteil] erstreckt sich nicht auf chemisch, also synthetisch generiertes Nikotin, wie es bereits von einigen Produzenten für die Herstellung von E-Zigaretten genutzt wird (allerdings macht im Labor hergestelltes Nikotin nur etwa 5% des gesamten Nikotins aus, dass weltweit bei der E-Liquid Produktion zum Einsatz kommt). Ob diese Spitzfindigkeit wohl etwas damit zu tun hat, dass die Herstellung synthetischen Nikotins in pharmazeutischer Qualität fest in den Händen der Pharma-Riesen Pfizer, Targacept & Co. liegt, die dieses schon seit Jahren mit fragwürdigen Nebenwirkungen in Entwöhnungsmitteln wie Champix oder Aricept einsetzen?

Chemisch hergestelltes Nikotin ist also vom Urteil nicht betroffen. Und das klingt tatsächlich danach, als solle hier eine Industrie unterstützt werden – und nicht der „Schutz der Dampfer“ (vor Nikotin) im Vordergrund stehen.

Auch in der Berichterstattung um das Urteil wurde immer wieder diskutiert, ob E-Zigaretten als „Heilmittel“ zur Rauchentwöhnung gelten. Und tatsächlich fand ich einen Artikel, in dem steht:

…tatsächlich empfahl mir mein Hausarzt ernsthaft, auf Elektro-Zigarette umzusteigen, als der Raucherhusten nicht weggehen wollte. Er dozierte, man würde die Schadstoffe einer Zigarette so von einhundert auf einen verbleibenden Anteil herunterfahren können.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s